Hundehalter…
War Katzenzeugs einkaufen, in so einer Tierhandlung. Ich biege gerade um die Ecke auf dem Weg zur Kasse, steht da ein ziemlich großer und breiter Schäferhund – unangeleint. Ich habe Angst vor Hunden. Zufälligerweise steht eine Verkäuferin da, die ich erstaunt frage, ob das erlaubt ist im Laden. Nein, sie sucht schon den Besitzer. Kurz darauf höre ich, wie sie eine Frau anspricht und sie bittet den Hund anzuleinen. Antwort: Der tut nichts.
(Mich würde ja interessieren, ob Hundebesitzer auf diesen Satz dressiert werden, oder ob es da so eine Genkopplung zwischen „ich liebe Hunde“ und dem Satz „der macht nichts“ gibt).
Die Verkäuferin sehr höflich und verständnisvoll „Ja, es geht ja auch nicht um Ihren Hund, aber man weiss ja nicht, wie die anderen Hunde im Laden so reagieren“. Pikierte Bemerkung „Das war’s dann mit der Hundedecke“. Nimmt die 2 bereits ausgesuchten Sachen mit und geht zur Kasse, an der leider ich im Moment stehe. Das erste was sie an der Kasse tut: Hund wieder loslassen. Ich schiebe sicherheitshalber schnell den Einkaufswagen zwischen mich und den Hund und sage „Entschuldigung, ich habe Angst vor Hunden.“ „Sie haben Angst“. Schaut genervt, packt den Hund, knallt die Einkäufe auf den Tisch „das zahlt nachher mein Mann“ und verschwindet.
Ich weiss nicht, vielleicht sollte ich meine Hundephobie lieber in eine Hundebesitzerphobie umleiten. Weiss nur nicht, wie das geht.
Übrigens: mein absoluter Lieblingssatz, nachdem mich vor einigen Jahren so ein kleiner Köter gebissen hatte, ganz erstaunt von der Hundebesitzerin geäussert: „Der beisst sonst nur kleine Kinder“.
Tosca
Ich war am Sonntag bei den Bregenzer Festspielen – Tosca. Einfach genial.
Eigentlich wollte ich ja zuerst gar nicht mit. Dann hatte mich aber ein Artikel in der Zeitung neugierig gemacht, und ich habe mich kurzentschlossen angemeldet (die haben auch ein tolles Kartenverkaufssystem im Internet!).
Nicht dass ich so der grosse Opernfan bin. Ehrlich gesagt bin ich auch manchmal dagesessen und habe mir überlegt, dass die doch ein bisschen schneller singen könnten
Aber diese Inszenierung – bombastisch. Bestimmt gibt es irgendwo nähere Informationen dazu und zur Technik. Aber nicht nur das hat mich beeindruckt. Auch die ganze Atmosphäre: Links ein prächtiger roter Abendhimmel, rechts die Lichter von Bregenz, hinter der Bühne (und durch das zeitenweise „aufgeklappte“ Auge) Lindau, die Boote auf dem See, die Sterne (vor allem wenn es zur Arie passt) – es lohnt sich auf jeden Fall dorthinzufahren, auch wenn eine Aufführung mal nicht ganz so aufwendig sein sollte.
Und für die albernen unter uns: Es ist urkomisch, wenn sich mitten in einer tragischen Szene eine Ente zu Wort meldet…
